Die Kirche des Allerheiligsten Herzen Jesu dominiert den Oberen Platz, der mit seinem großen Parkplatz ein guter Ausgangspunkt zu einer Stadtbesichtigung von Jablonec ist. Von diesem Platz bietet sich ein entzückender Blick auf die Schwarzbrunnwarte/Černá Studnice mit ihrem Aussichtsturm. Der recht untypische Kirchenbau aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wirkt nüchtern und gleichzeitig geheimnisvoll und verlockt so dazu, ihn eingehender zu betrachten.

Das großzügige dreischiffige Objekt mit Querschiff, mit rechteckigem Turm an seiner Südflanke und damals moderner Klinkerfassade wurde 1932 vollendet. Autor des Kirchenbaus war ein namhafter Architekt von gesamteuropäischer Bedeutung – der Gablonzer Josef Zasche, der gleich zwei Kirchen für seine Heimatstadt entwarf. Der Bau selbst wurde der Baufirma von Ing. Max Daut und zahlreichen weiteren örtlichen Firmen übertragen. Allein solche Lieferungen, für die es an Ort und Stelle keine ausreichend qualitätsvollen Lieferanten gab, wurden fremden Firmen anvertraut. Das Innere der Kirche konnte aufgrund schicksalhafter Änderungen nicht mehr nach den Absichten des Autors vollendet werden und blieb so provisorisch. Auf dem Hochaltar steht eine bronzene Christusstatue des Wiener Bildhauers Arnold Hartig (ein Landsmann aus dem nahen Tannwald), am Seitenaltar steht die Marmorskulptur einer Pietà von Franz Hub (der Altar ist um so bemerkenswerter, da er gleichzeitig als Kriegerdenkmal der im 1. Weltkrieg gefallenen Gablonzer dient).

Außer Gottesdiensten finden hier auch Konzerte statt. Die außergewöhnlich ausladende Orgel, deren Architektur ebenfalls von J. Zasche entworfen wurde, erfährt gerade eine mehrjährige Reparatur.

Eine interessante Reportage über die Jesu-Herz-Kirche aus dem Zyklus „Türme des Nordens“ ist hier zu sehen und zu lesen.

Die Kirche ist in Besitz der Römisch-katholischen Pfarrei – der Dechanei Jablonec nad Nisou. www.farnostjablonec.cz